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Landingpage erstellen lassen: Playbook für Planung & Conversion

Sie schalten Anzeigen oder senden E-Mails – und die Zielseite verwässert die Botschaft, das Formular wirkt schwer, der Nutzer springt ab. Das Problem ist selten „ein hübscheres Bild“, sondern fehlende Klarheit, Passung und Reihenfolge: Was genau soll passieren, für wen, mit welchem Beweis und welcher nächsten Aktion? Dieser Ratgeber ist ein Playbook von Briefing bis Launch: so planen Sie eine Landingpage, die zur Quelle passt und messbar konvertiert. Grundlagen zum Begriff finden Sie im Lexikon: Was ist eine Landingpage?; die Umsetzung mit Agentur beschreiben wir auf Landingpage erstellen (Leistung).

Briefing-Template: Was Sie vor dem ersten Pixel klären

Ein gutes Briefing ersetzt drei Design-Runden. Arbeiten Sie die Punkte als Checkliste ab – auch wenn Sie später mit einer Webdesign Agentur zusammenarbeiten; so bleiben Scope und Erwartungen synchron.

  • Ziel & Erfolgskriterium: Lead, Demo-Termin, Kauf, Registrierung? Eine primäre Conversion – nicht fünf gleichwertige Ziele.
  • Traffic-Quelle: Google Ads, Meta, LinkedIn, E-Mail, Partner? Jede Quelle hat andere Erwartungen und Textlängen im Klick-Kontext.
  • Angebot & nächster Schritt: Was bekommt der Nutzer konkret (Ergebnis, Zeitrahmen, Risiko-Reduktion)? Was muss er tun (Formular, Kalender, Checkout)?
  • Einwände: Vertrauen (neue Marke), Preis, Aufwand, Datenschutz, „passt das zu uns?“ – notieren Sie die drei häufigsten und adressieren Sie sie auf der Seite.
  • Proof, den Sie wirklich haben: Kundenlogos, Kennzahlen, Zitate, Zertifikate, Cases – nichts erfinden; Reihenfolge und Platzierung planen wir im Proof-Stack.
  • CTA-Logik: Primär-CTA (z. B. „Demo buchen“) und optional sekundär (z. B. „Whitepaper“) nur, wenn beides denselben Trichter bedient.

Kosten-Treiber sind selten „Pixel“, sondern Anzahl der Varianten, Anbindungen (CRM, Zapier, Buchungstool), mehrsprachige Versionen und Tracking/Consent-Komplexität. Je klarer Ihr Briefing, desto weniger Korrekturschleifen – das spart Budget unabhängig vom Stundensatz.

Message Match: Anzeige → Headline → Hero → CTA

Message Match heißt: Der Nutzer erkennt nach dem Klick sofort, dass er „richtig gelandet“ ist. Bruch zwischen Anzeige und Zielseite erhöht Absprünge und verschwendet Ads-Budget.

Beispiel B2B SaaS: Anzeige verspricht „CRM-Integration in 48h“ – die Headline wiederholt dieses Versprechen, der Untertitel nennt die Zielgruppe (z. B. „für Mittelstand & Agenturen“), der CTA heißt nicht generisch „Mehr erfahren“, sondern „Integrations-Check anfragen“.

Beispiel lokaler Dienstleister: GDN/Local-Kampagne mit „Notdienst innerhalb 60 Min.“ – Hero zeigt Einsatzgebiet + Zeitfenster, darunter Karten-Snippet oder Stadtteile; CTA: „Jetzt anrufen“ / „Termin sichern“ passend zum Kanal.

Beispiel Recruiting: Stellenanzeige mit Rolle und Standort – Landingpage beginnt mit derselben Rollenbezeichnung, Gehaltsband oder Benefits, die in der Anzeige genannt wurden; erst danach ausführliche Kultur-Sections.

Beispiel Produktlaunch: Social-Teaser mit „Vororder bis [Datum]“ – Hero mit Countdown oder klarer Deadline, gleiche Produktbezeichnung und Preislogik wie im Post.

Microcopy am Formular („Wir melden uns werktags innerhalb von 24h“) ist Teil des Match: Sie bestätigt die Erwartung aus der Kampagne.

Aufbau nach Intent: Lead vs. Termin vs. Kauf

Die Section-Reihenfolge folgt der Entscheidungslogik – nicht der internen Produktliste.

Lead (Anfrage / Download): Hero mit Versprechen + CTA above the fold → Kurz: für wen / Problem → Proof-Strip → Einwandbehandlung (FAQ oder „Häufige Fragen“) → Formular mit klarer Datenschutz-Zeile → optionale Tiefe (Team, Methodik).

Termin / Demo: Hero + Kalender- oder Formular-CTA sichtbar ohne Scroll auf Desktop; Mobile: CTA sticky. Darunter: Ablauf des Gesprächs (3 Schritte), was der Nutzer vorbereiten kann, Logos/Quotes.

Kauf (Checkout-light): Produktnutzen → Preis & Was enthalten ist → Garantie/Widerruf → Vertrauen (Zahlungsarten, Versand) → CTA; Cross-Links minimieren.

Für organische oder breite Kanäle kann eine kurze Navigation sinnvoll sein; für bezahlte Klicks oft bewusst schlank. Abgrenzung zur Startseite als Hub: Die Landingpage führt, die Startseite orientiert – siehe Lexikon-Artikel.

Proof-Stack: Arten, Platzierung, Reihenfolge

Proof wirkt am stärksten, wenn er die spezifische Behauptung der Headline stützt – nicht wenn er „irgendwas Nettes“ zeigt.

  • Logos: Direkt unter dem Hero für schnelle Legitimität; nur Marken, die Sie nutzen dürfen.
  • Kennzahlen: „−32 % Ticketzeit“ schlägt „hohe Qualität“; eine Zahl, ein Kontext.
  • Zitate: Kurz, mit Name, Rolle, Unternehmen; ideal mit Foto, wenn vorhanden.
  • Cases: Problem → Maßnahme → Ergebnis in drei Zeilen; Link zu Detail nur wenn er nicht vom CTA ablenkt.
  • Medien/Siegel: Nur wenn erklärbar und glaubwürdig; leere „Trust-Badges“ schaden.

Don'ts: Wall of Text vor dem ersten CTA; generische Stock-Fotos ohne Bezug; Testimonials ohne Bezug zur Zielgruppe; Proof hinter dem Formular verstecken, wenn Zweifel vor dem Absenden entstehen.

Formular-Design: Felder, Friktion, Fehlerzustände

Jedes zusätzliche Feld kostet Conversions – fragen Sie nur, was für die nächste Stufe nötig ist. Label klar, Placeholder nur ergänzend (nicht statt Label). Pflichtfelder markieren; Inline-Validierung mit verständlichen Fehlermeldungen („Bitte gültige Geschäfts-E-Mail“ statt „Ungültig“).

Datenschutz: Kurzer Hinweis mit Link zur Datenschutzerklärung; Zweck der Verarbeitung in einem Satz. Mehr dazu bei Cookie-Banner & Einwilligung.

Mobile: Große Touch-Targets, keine Dropdown-Hölle; wo möglich native Inputs (E-Mail, Tel). Autocomplete aktivieren.

Tracking, QA & Iteration

Definieren Sie Events für primäre und sekundäre Aktionen (Klick CTA, erfolgreicher Submit, Klick Telefon). Nutzen Sie konsistente UTM-Parameter pro Kampagne; dokumentieren Sie Namenskonventionen im Team.

Consent Mode & DSGVO: Tracking erst nach relevanter Einwilligung, wo erforderlich; serverseitiges Tracking kann sinnvoll sein – abstimmen mit Recht/IT. Grundlagen: Conversion-Tracking im Lexikon.

Thank-you-Page: Eigene URL erleichtert Ziel-Tracking und Qualitätschecks; vermeidet Doppel-Zählung bei Reload.

A/B-Tests: Eine klare Hypothese pro Test (Headline, Hero-Visual, CTA-Text, Formularlänge); Laufzeit und Stichprobe nicht zu kurz wählen; externe Events (Saison, Budget) dokumentieren.

Launch-Checkliste (kurz)

  • Performance: LCP/CLS auf realen Geräten; Bilder komprimiert; Schriften ohne Layout-Sprung. Tiefergehend: Core Web Vitals.
  • Mobile & Barrierefreiheit: Fokuszustände, Kontrast, Tastaturbedienbarkeit; Formularfehler programmatisch gekoppelt.
  • SEO/Indexing: Soll die Seite indexiert werden oder nur für Ads? noindex bewusst setzen, wenn es reine Paid-Landingpages ohne organische Relevanz sind.
  • Analytics-Test: Live-Event in DebugView/Tag Assistant; Ziel in den Reports benannt.
  • Links & Meta: Canonical, Social Preview, keine toten Links; Responsive Design auf gängigen Breakpoints geprüft.

Nächste Schritte

Wenn Sie das Playbook ausgefüllt haben, sind Sie bereit für ein strukturiertes Gespräch mit einer Agentur – oder für die interne Umsetzung mit klaren Meilensteinen. Wir unterstützen bei Konzeption, Design, Copy, Landingpage-Umsetzung und Anbindung an Kampagnen (Online Marketing).

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